Mai 18 2011

Unisex-Tarife ab Dezember 2012 bei der Risikolebensversicherung

Welche Auswirkungen sind für Risikolebensversicherungen zu erwarten? Alle neuen Versicherungen, die ab dem 21. Dezember 2012 abgeschlossen werden, dürfen nicht mehr zwischen Mann und Frau unterscheiden. Dies hat der Europäische Gerichtshof entschieden. Begründung: Die Unterscheidung nach Geschlecht stellt einen Diskriminierungstatbestand dar und ist deshalb künftig untersagt.

Problem der einheitlichen Tarifgestaltung

Versicherungstechnisch weisen Männer und Frauen unterschiedliche Risiken auf, und zwar sowohl bei Sachversicherungen, wie etwa der Kfz.-Haftpflichtversicherung, als auch bei allen Arten von Lebensversicherungen. Abweichende Schadensquoten und Lebenserwartungen haben deshalb bislang zu unterschiedlichen Beiträgen geführt. Für die Versicherungsgesellschaften wird es in Zukunft schwierig, Verträge langfristig zu kalkulieren. Denn wenn geschlechtsspezifische Statistiken für eine separate Beitragsbemessung nicht mehr herangezogen werden dürfen, verbleiben nur noch jederzeit veränderliche geschlechtsneutrale Lebensumstände als Grundlage für eine risikogerechte Kalkulation. Insbesondere bei lang laufenden Lebensversicherungen ist eine verlässliche Kalkulationsbasis nicht mehr gegeben. Da schon auf Druck der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht die Versicherungsgesellschaften ab dem Jahr 2012 bei schnell veränderlichen Risikomerkmalen höhere Sicherheitsmargen in ihren Beiträgen berücksichtigen müssen, ist als Folge eine Verteuerung der Produkte zu erwarten.

Empfehlungen für Kunden

Da Frauen eine längere Lebenserwartung als Männer haben, zahlen sie bisher niedrigere Beiträge für Risikolebensversicherungen. Bei künftiger Gleichheit der Beiträge kommen auf Frauen deutlich höhere Beitragssätze zu als bis jetzt. Frauen sollten deshalb bei Bedarf nach Möglichkeit noch vor Dezember 2012 eine Risikolebensversicherung abschließen, um noch in den Genuss eines günstigen Tarifes zu kommen. Umgekehrt ist es nicht ratsam, laufende Verträge zu kündigen, weder von Frauen noch von Männern. Nicht einmal die Versicherungsgesellschaften wissen derzeit genau, wie die Tarifgestaltung auf Unisex-Basis aussieht. Außerdem sind für neue Verträge stets neue Abschlusskosten zu bezahlen. Altverträge sind angabegemäß von einer Umstellung auf Unisex-Tarife nicht betroffen.

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