Apr 02 2013

Unisex: Frauen zahlen bei der Risikolebensversicherung deutlich mehr

Im vergangen Jahr hat die deutsche Versicherungswirtschaft die Unisex-Tarife eingeführt, weil die EU eine geschlechterspezifische Diskriminierung bei den Prämien verboten hatte. Besonders bei der Risikolebensversicherung waren die Einführung sowie die Auswirkungen mit Spannung beobachtet worden, vermutete man hier doch große Veränderungen. Diese traten erwartungsgemäß ein – Frauen zahlen deutlich mehr als bislang. Männer werden hingegen weniger als bisher zur Kasse gebeten.

Frauen zahlen 31 Prozent mehr

Frauen müssen durch die Umstellung auf die Unisex-Tarife 31 Prozent mehr als bislang bezahlen. Zu diesem Ergebnis kam die Zeitschrift „Finanztest“, die von der renommierten Stiftung Warentest betrieben wird. Demnach hat sich die Umstellung für Männer finanziell zumindest leicht rentiert. Ihre Beiträge sanken durchschnittlich um neun Prozent verglichen mit den Tarifen vor der Umstellung ab.

Männer arbeiten in Berufen mit mehr Risiko

Gerade im Bereich der Risikolebensversicherung wirkt sich die Umstellung auf die Unisex-Tarife besonders drastisch aus, da Männer noch immer in Berufszweigen mit höherem Risiko deutlich überrepräsentiert sind. Dies gilt beispielsweise für den Bau, das Militär oder die Polizei. In der Vergangenheit wurde diese Tatsache in die Festlegung der Tarifhöhe miteinbezogen, was nunmehr nicht mehr möglich ist. Fraglich ist, ob in Zukunft die Tarife allgemein absinken werden. In anderen Versicherungszweigen suchen die Anbieter nach neuen Differenzierungswegen. So wird im Bereich der Krankenversicherung verstärkt nach Berufen differenziert. Dies ist für die Risikolebensversicherung ebenfalls denkbar.

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne
Klicken Sie auf die Sterne, um Ihre Bewertung abzugeben
Loading...Loading...

Aktuell wird auch gelesen: