Jun 08 2011

Überschussbeteiligung bei einer Risikolebensversicherung

Überschussbeteiligung bei einer Risikolebensversicherung – Was steckt dahinter? Da Risikolebensversicherungen normalerweise für 2 bis 3 Jahrzehnte abgeschlossen werden, kalkulieren die Versicherungsgesellschaften in den Beiträgen Sicherheitszuschläge ein. Denn auch bei ungünstigen wirtschaftlichen Konstellationen müssen die Versicherer stets die vertraglichen Leistungen erbringen können. Die vorsichtigen Kostenvoranschläge führen in der Realität zu Überschüssen, die größtenteils an die Versicherungsnehmer weitergegeben werden.

Quellen der Überschüsse

Im Zeitalter der modernen Informationstechnologien werden Abläufe in den Verwaltungen permanent rationalisiert. Dies führt zu niedrigeren Verwaltungskosten. Außer den Verwaltungskostenüberschüssen bringen günstigere Sterblichkeitsverläufe Überschüsse mit sich – die sogenannten Risikoüberschüsse. Denn die steigende Lebenserwartung wird erst mit zeitlicher Verzögerung in den Beiträgen berücksichtigt. Gerade bei den Risikolebensversicherungen spielt das Todesfallrisiko die zentrale Rolle. Deshalb sind hierbei die Risikoüberschüsse so bedeutsam. Weitere Quellen von Überschüssen sind die Bewertungsreserven und die Erträge aus Kapitalanlagen. Bewertungsreserven sind buchhalterischen Ursprungs und stellen die Differenz zwischen dem höheren Marktwert und dem bilanzierten Buchwert von Kapitalanlagen dar. Auch an den Erträgen aus Kapitalanlagen partizipieren die Versicherungsnehmer.

Wie werden die Überschüsse umgelegt?

Die Verwendung der Überschüsse ist maßgeblich per Gesetz geregelt. So werden die Nettoerträge aus Kapitalanlagen nach Finanzierung der Garantieleistungen zu 90 Prozent an die Versicherungsnehmer ausgeschüttet. Neuerdings haben die Versicherungsnehmer auch einen gesetzlichen Anspruch auf Beteiligung an den Bewertungsreserven, also an noch nicht realisierten Gewinnen. Diese Reserven sind von den Versicherungsgesellschaften offen zu legen und nach Ablauf eines jeden Vertrages hälftig an den jeweiligen Versicherungsnehmer auszuzahlen. Über die gesamten Überschüsse und die aktuelle Überschussbeteiligung sind die Kunden jährlich zu unterrichten.

Wie können die Überschüsse verwendet werden?

Versicherungsnehmer wählen vornehmlich 3 Verwendungsformen. Die Beitragsverrechnung erfreut sich besonderer Beliebtheit. Hierbei führt die Verrechnung der Überschüsse zu niedrigeren laufenden Beiträgen. Beim Bonussystem wird der jährliche Überschussanteil während der Laufzeit der Risikolebensversicherung zur Erhöhung der Todesfallsumme verwendet. Demgegenüber werden bei der verzinslichen Ansammlung die Überschüsse angelegt. Diese Methode spielt bei der Kapitallebensversicherung eine Rolle und ist für Versicherungsnehmer empfehlenswert, die eine möglichst hohe Ablaufleistung anstreben. Die Abkürzung der Versicherungsdauer eignet sich für Kunden, die ab Verwendung der Überschüsse zur Abkürzung der vereinbarten Versicherungsdauer ihre Risikolebensversicherung in eine Kapitallebensversicherung mit Todesfallabsicherung umwandeln. Der Ablauf kann zum Beispiel mit dem Rentenbeginn verbunden werden.

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne
Klicken Sie auf die Sterne, um Ihre Bewertung abzugeben
Loading...Loading...

Aktuell wird auch gelesen: