Nov 23 2011

Tabuthema Unisex-Tarife

Der Zeitpunkt der seitens EU geforderten Tarifumstellung rückt näher: Spätestens bis zum Dezember 2012 muss der geschlechtsneutrale Unisex-Tarif bei allen Versicherungsarten, die bislang nach geschlechtsspezifischen Beiträgen kalkuliert sind, eingeführt werden. Bis heute hat noch keine Versicherungsgesellschaft ihre neuen Tarife offen gelegt. Wie könnte verkaufstaktisch eine derartige Prämiengestaltung aussehen? Am Beispiel DIREKTE LEBEN soll aufgezeigt werden, wie ab Januar 2013 die Beiträge für eine Risikolebensversicherung bemessen sein könnten.

Aktuelle Beitragsbeispiele für eine Risikolebensversicherung der DIREKTE LEBEN

Die zur Stuttgarter Versicherungsgruppe gehörende Gesellschaft zeichnet sich regelmäßig durch besonders günstige Nichtrauchertarife aus, und zwar sowohl für Männer wie auch für Frauen. So zahlt ein 30jähriger Nichtraucher für eine Todesfallsumme von 150.000 Euro bei einer Laufzeit von 30 Jahren eine monatliche Prämie in Höhe von 26,83 Euro vor Verrechnung der laufenden Überschussanteile, nach Verrechnung 16,10 Euro. Bei gleichen Eckdaten zahlt eine Frau 18,43 Euro bzw. 11,06 Euro. Bis zu einer Höhe von 100.000 Euro beginnt der Versicherungsschutz sofort ab Antragseingang. Versicherungsabschlüsse sind zwischen dem 18. Und dem 65. Lebensjahr möglich. Eine Nachversicherung ist bis zum 45. Lebensjahr ohne erneute Gesundheitsprüfung durchführbar.

Überlegungen zu einem Unisex-Tarif

Rein versicherungsmathematisch betrachtet zahlen Männer bei einem Unisex-Tarif künftig weniger als bisher, Frauen hingegen mehr. Da jedoch die meisten Risikolebensversicherungen nach wie vor von Männern abgeschlossen werden, dürfte die Ermäßigung generell niedriger ausfallen als die Durchschnittsbetrachtung ergäbe. Folglich müsste die Beitragserhöhung für Frauen größer sein als beim arithmetischen Mittelwert. Eine geschäftspolitische Überlegung könnte dahin gehen, Männern künftig mehr Rentenversicherungen zu verkaufen und Frauen mehr Risikolebensversicherungen. Da bei Rentenversicherungen die Beiträge für Männer derzeit mit Blick auf die unterschiedlichen Lebenserwartungen niedriger sind als bei Frauen, wäre eine Quersubventionierung denkbar: Der Unisex-Tarif würde dann bei einer Risikolebensversicherung zu einer starken Ermäßigung bei Männern und einer entsprechend niedrigen Erhöhung bei Frauen führen. Die Überlegung ist insofern realitätsnah, als die Versicherungsgesellschaften an Rentenversicherungen mehr verdienen als an Risikolebensversicherungen. Auf der Basis dieser Überlegungen könnte der Unisex-Tarif für das vorerwähnte Beispiel monatlich etwa 20 Euro betragen, nach Verrechnung von Überschussanteilen 12 Euro. Wie gesagt: Eine rein theoretische Überlegung!

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