Mai 12 2011

Steuerliche Betrachtung der Risikolebensversicherung

Steuern und Risikolebensversicherung – Fußangeln aus dem Wege gehen! Die steuerliche Betrachtung erstreckt sich auf die Beitragszahlungen und auf die Leistung im Todesfall. Im ersten Fall geht es um Steuererleichterungen oder auch Absetzbarkeit von Beiträgen, im zweiten Fall um die Erbschaft- und Schenkungssteuer auf die ausgezahlte Versicherungssumme.

Wie sind die Beiträge steuerlich zu behandeln?

Die Beiträge werden aus dem Nettoeinkommen, also aus bereits versteuertem Einkommen, gezahlt. Nach aktuellem Steuerrecht können Beiträge zu Risikolebensversicherungen als Sonderausgaben für Vorsorgeaufwendungen geltend gemacht werden. Allerdings spielen Steuervorteile für die Beitragsphase keine große Rolle, da die vom Finanzamt anerkannten Höchstbeträge meist schon durch die Sozialversicherungsbeiträge ausgeschöpft werden. Beiträge zu betrieblichen Risikolebensversicherungen, wie etwa Schlüsselkraft-Versicherungen, sind als Betriebsausgaben absetzbar.

Welche steuerlichen Auswirkungen haben verschiedene Varianten der Risikolebensversicherung im Leistungsfall?

Interessenten sollten bereits vor Abschluss einer Risikolebensversicherung auf die steuerlichen Folgen im Leistungsfall achten, da das Finanzamt bei einigen Vertragsformen die Hinterbliebenen zur Kasse bittet, bei bestimmten Varianten jedoch nicht. Wird eine Todesfallsumme ausgezahlt, so fällt grundsätzlich Erbschaftsteuer an. Wenn jemand eine Leistung aus einem Vertrag erhält, bei dem die Beiträge von ihm selbst entrichtet wurden, erhält er die Leistung steuerfrei. Es handelt sich dann nicht um eine Erbschaft oder Schenkung, sondern um eine vertraglich vereinbarte Leistung. In einer Partnerschaft lässt sich eine bestmögliche, steuervermeidende Todesfallabsicherung dadurch erreichen, dass jeder Partner eine Risikolebensversicherung auf das Leben des jeweils anderen Partners abschließt und sich selbst als Bezugsberechtigten einsetzt. Versicherte Person ist der andere Partner. Diese sogenannte Kreuzkonstellation ist vor allem bei großen Vermögen vorteilhaft, da dann die Freibeträge für die Erbmasse unangetastet bleiben. Die Versicherungsleistung aus einer betrieblichen Risikolebensversicherung ist eine steuererhöhende Betriebseinnahme.

Freibeträge nach geltendem Steuerrecht

Für Ehepartner gilt bei der Erbschaftsteuer ein Freibetrag von gut 500.000 Euro. Bei einer nicht eingetragenen, nicht-ehelichen Lebensgemeinschaft beträgt der Freibetrag nur 20.000 Euro. Von hohen Todesfallsummen werden in den letztgenannten Fällen etliche tausend Euro an das Finanzamt zu zahlen sein. Deshalb ist gerade für diese Lebensgemeinschaften die erwähnte Kreuzkonstellation überlegenswert.

Hinweis: Die Steuergesetzgebung ändert sich laufend. Deshalb ist bei komplizierten Sachverhalten und allen Unklarheiten die Einschaltung eines Steuerberaters empfehlenswert.

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