Nov 14 2011

Risikolebensversicherung für Homosexuelle und gleichgeschlechtliche Partnerschaften

Ein Tabuthema, das mehr als vier Millionen Homosexuelle in Deutschland betrifft. Obwohl die Kaufkraft dieser Bevölkerungsgruppe als überdurchschnittlich hoch gilt, tun sich die meisten Versicherungsgesellschaften mit der Hinterbliebenenvorsorge von Schwulen schwer. Mit welchen zusätzlichen Bedingungen haben vor allem männliche Homosexuelle trotz des geltenden Antidiskriminierungsgesetzes zu kämpfen? Gibt es akzeptable Alternativen?

Gesundheitsfragen

Alle Antragsteller sehen sich vor dem Abschluss einer Risikolebensversicherung mit einer Vielzahl von Gesundheitsfragen konfrontiert. So sind allgemeine Angaben zur Größe, zum Gewicht und zum Hausarzt zu machen. Detaillierte Fragen zu Unfällen und Erkrankungen sowie angeborenen gesundheitlichen Gebrechen sind üblich. In der Regel ist auch ein Block von Fragen zum Drogenkonsum, dem Raucherstatus und nach HIV-Infektionen zu beantworten. Schwulen wird von vielen Lebensversicherungen vor Vertragsabschluss vornehmlich bei höheren Todesfallsummen ein aktueller HIV-Test abverlangt. Dies ist eindeutig diskriminierend, da die sexuellen Neigungen eines Vertragspartners prinzipiell keine Rolle zu spielen haben. Bei Einzelverträgen ist die Problematik nicht so gravierend wie bei Partnerverträgen, bei denen die Gleichgeschlechtlichkeit der Partner sofort ins Auge fällt. Eine Untersuchung unabhängiger Tester hat vor einigen Jahren ergeben, dass Homosexuelle bei Lebensversicherungen bis zu einem Drittel höhere Beiträge zu entrichten haben als Heterosexuelle.

Möglichkeiten der Gleichbehandlung von gleichgeschlechtlichen Partnerschaften

Man kann die gegenseitige Hinterbliebenenvorsorge mit einer geschäftlichen Beziehung begründen. Diese häufig praktizierte Lösung ist jedoch unbefriedigend, da sie der Diskriminierung weiterhin Vorschub leistet. Besser ist die Einschaltung der Antidiskriminierungsstelle des Bundes oder auch der Ombudsstelle der Versicherungen, falls diskriminierende Tatbestände gefragt oder praktiziert werden. Inzwischen gibt es Versicherungsmakler, die sich auf die Gruppe der Homosexuellen spezialisiert haben. Sie bieten Versicherungskonzepte sowohl für Privatleute wie auch für schwule Geschäftspartner.

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