Dez 01 2011

Risikolebensversicherung bei behindertem Bezugsberechtigten

Was ist zu beachten, wenn man ein behindertes Kind durch eine Risikolebensversicherung für den Todesfall des Haupternährers absichern möchte? Vor Abschluss einer entsprechenden Versicherung sind gesetzliche, versicherungsrechtliche und steuerliche Aspekte zu bedenken.

Welche Tatbestände gelten als Behinderung?

Unter Behinderung versteht man eine nachhaltige und schwerwiegende Beeinträchtigung der Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Sozial- und versicherungsrechtlich wird auf eine mehr als 6 Monate währende körperliche, geistige oder psychische Beeinträchtigung abgestellt. Um die Untersuchung nicht ausufern zu lassen, wird hier ein behinderter Bezugsberechtigter unterstellt, der lebenslang einer Vormundschaft bedarf. Gerade in derartigen Fällen geht es dem Versicherungsnehmer darum, den Lebensstandard seines behinderten Kindes zu sichern oder zu verbessern und eine unerwünschte staatliche Einmischung nach dem Tod der versicherten Person – in der Regel also des Haupternährers – zu vermeiden.

Tipps für eine behindertengerechte Hinterbliebenenvorsorge

Die bezugsberechtigte Person sollte namentlich in der Versicherungspolice aufgeführt sein, um zu vermeiden, dass die Versicherungssumme im Todesfall in den Nachlass fällt. Es wird hierbei unterstellt, dass insbesondere allein erziehende Väter oder Mütter ein gesteigertes Interesse an einer möglichst lebenslangen Versorgung des Kindes haben und eventuelle rechtliche Erben, die keiner Fürsorge bedürfen, vom Nachlass ausschließen möchten. Für Interessenten kann die Einschaltung eines Steuerberaters und Sozialversicherungsfachmanns ratsam sein, um eine Verrentung des vereinbarten Todesfallkapitals auszuloten. Denn wenn eine mögliche Rente innerhalb der geltenden Freigrenzen für die dem Kinde zustehenden staatlichen Sozialleistungen liegt, ist eine Kürzung oder Verrechnung der Leistungen nicht zu erwarten. Ein Rechtsanwalt hingegen kann durch die individuelle Gestaltung eines so genannten Behindertentestaments mögliche Regressansprüche von Sozialversicherungsträgern vermeiden. Ist dies alles zufriedenstellend geregelt, sollte der Versicherungsnehmer den nach seinem Tode gewünschten Vormund für den Bezugsberechtigten nicht nur im Testament festlegen, sondern vorsorglich auch der Versicherungsgesellschaft mitteilen, um die Klärung der Vormundschaftsfrage und die sofortige unmittelbare Benachrichtigung des Vormunds nicht dem Gericht zu überlassen.

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