Apr 14 2011

Risikolebensversicherung abschließen bei Depressionen?

Risikolebensversicherung abschließen bei Depressionen? Immer noch ein Tabuthema! Einer aktuellen bundesweiten Untersuchung zufolge erkranken mehr als zehn Prozent der Bevölkerung mindestens einmal im Leben an Depressionen. In den nächsten zwanzig Jahren wird diese Erkrankung zur Hauptursache für Berufsunfähigkeit, so die Prognose. Depressionen führen überdurchschnittlich häufig zum Suizid.

Betroffene fragen sich, ob und unter welchen Bedingungen sie eine Risikolebensversicherung abschließen können. Die Gesundheitsfragen vor Vertragsabschluss erstrecken sich generell auch auf psychische Erkrankungen. Sofern derartige Befunde vorliegen, führt dies regelmäßig zur Ablehnung seitens der Versicherungsgesellschaft. Gesundheitsfragen sollten stets wahrheitsgemäß beantwortet werden, um den Versicherungsschutz nicht zu gefährden. Allerdings muss die Diagnose Depressionen vom Arzt eindeutig festgestellt und benannt worden sein. Bei schwammigen Formulierungen wie ‚möglicherweise‘ oder etwa ‚Tendenz zu Depressionen‘ brauchen Behandlung und Befund der Versicherung nicht mitgeteilt zu werden. Das heißt konkret, dass sich die Versicherung im Leistungsfall nicht auf den Vorwurf der arglistigen Täuschung zurückziehen kann. Begeht der Versicherungsnehmer nach Ablauf von drei Jahren nach Vertragsabschluss Suizid, so zahlen die Versicherungsunternehmen in der Regel die vereinbarte Todesfallsumme an die Hinterbliebenen. Bei Selbsttötung innerhalb dieser sogenannten Sperrfrist zahlt die Versicherung bedingungsgemäß nur bei nachweislich krankhafter Störung der Geistestätigkeit des Versicherungsnehmers. Da eine derartige Störung im nachhinein schwer nachweisbar ist, zahlen die Versicherungen dann normalerweise lediglich den für den Todestag ermittelten Zeitwert.

Wer in den vergangenen zehn Jahren wegen einer eindeutig diagnostierten Depression behandelt wurde, hat die Möglichkeit, je nach Motiv seines Absicherungswunsches auf eine Versicherung ohne Gesundheitsfragen auszuweichen. Will man beispielsweise den Hinterbliebenen keine Beerdigungskosten aufbürden, so hält der Markt Sterbegeldversicherungen und verschiedene Formen der Bestattungsvorsorge bereit. Eine Sterbegeldversicherung kann bis zum Betrag von 20.000 Euro bei fast allen Versicherungen ohne Gesundheitsfragen abgeschlossen werden. Die Beitragszahlung erfolgt üblicherweise nur bis zum 85. Lebensjahr. Unter einer Bestattungsvorsorge versteht man einen Vertrag, der über einen bestimmten Betrag, gewöhnlich zwischen 2.000 und 20.000 Euro, abgeschlossen wird. Dieser Betrag wird im Todesfall von der Versicherung für die vom Versicherungsnehmer vorher festgelegten Bestattungsleistungen ausgezahlt. Die Leistungen können etwa die Beratung durch einen Anwalt und die eigentliche Finanzierung der Bestattungskosten beinhalten. Meist ist der Abschluss einer Bestattungsvorsorge, auch als Bestattungsschutzbrief bekannt, erst ab einem bestimmten Alter möglich.

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