Mai 23 2011

Nachversicherungsgarantie und Umtauschrecht

Nachversicherungsgarantie und Umtauschrecht: Für wen sinnvoll? Die Nachversicherungsgarantie bedeutet, dass bei bestimmten Anlässen eine Erhöhung der Versicherungssumme ohne erneute Gesundheitsprüfung erfolgen kann. Sie spielt vor allem bei der Berufsunfähigkeitsversicherung eine große Rolle. Auch Risikolebensversicherungen bieten derartige Vereinbarungen. Ein Umtauschrecht ist in der Regel mit einer Nachversicherungsgarantie verbunden und beinhaltet das Recht des Versicherungsnehmers, seine Risikolebensversicherung ohne neue Gesundheitsprüfung in eine kapitalbildende Lebensversicherung umzutauschen.

Für junge Leute ist die Nachversicherungsgarantie sinnvoll, da sich der Vorsorgebedarf ständig erhöht. Sei es die Geburt eines Kindes oder ein Immobilienkauf in Verbindung mit einem Darlehen: Es ist beruhigend zu wissen, dass man bei Bedarf die Versicherungssumme den veränderten Verhältnissen ohne erneute Gesundheitsprüfung anpassen kann.

Worauf ist bei einer Nachversicherungsgarantie zu achten?

Die Nachversicherungsgarantie sollte flexibel sein, das heißt, dem Versicherungsnehmer so lange wie möglich das Recht der Nachversicherung geben und nicht nur für einen kurzen Zeitraum nach dem Vertragsabschluss. Die Bindung der Nachversicherung an einige wenige Ereignisse ist nicht zweckmäßig, jedoch von vielen Versicherungsgesellschaften vertraglich vorgesehen. Oft darf die aus einer Nachversicherung stammende zusätzliche Todesfallsumme einen bestimmten Höchstbetrag nicht übersteigen. Der Höchstbetrag sollte 50.000 Euro nicht unterschreiten. Andernfalls werden die Hinterbliebenen zum Beispiel bei einer Baufinanzierung nicht hinreichend abgesichert, oder es sind bei Überschreitung des Höchstbetrages Gesundheitsfragen zu beantworten, die gegebenenfalls zu Risikozuschlägen führen können. Auch eine Dynamik von Beiträgen und damit verbundenen Leistungserhöhungen kann ohne neue Gesundheitsfragen und -prüfungen vereinbart werden. Doch Vorsicht: Wer zweimal nacheinander der Beitragserhöhung widerspricht, verliert die Dynamik und die daran gekoppelte Nachversicherungsgarantie.

Ist die Umwandlung einer Risikolebensversicherung in eine Kapitallebensversicherung sinnvoll?

Normalerweise ist es möglich, eine Risikolebensversicherung innerhalb von 10 Jahren nach Vertragsabschluss ohne neue Gesundheitsprüfung in eine Kapitallebensversicherung umzutauschen. Dies erscheint für diejenigen Versicherungsnehmer zweckmäßig, die mehr Geld für eine zusätzliche Altersvorsorge zur Verfügung haben. Sie sollten allerdings überlegen, die Todesfallsumme zugunsten der kapitalbildenden Altersvorsorge herabzusetzen. Damit vermeidet man unverhältnismäßig hohe Beiträge für die Kapitallebensversicherung. Wer sich in einem unsicheren Arbeitsverhältnis befindet, ist im Prinzip besser beraten, wenn er jedes Risiko – Altersvorsorge, Hinterbliebenenabsicherung, Unfallrisiko, Berufsunfähigkeit – einzeln absichert. Dann kann er in finanziellen Notsituationen den einen oder anderen Vertrag vorübergehend beitragsfrei stellen und sein größtes Risiko eventuell weiter absichern.

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